St. Katharina v. Siena Katholische Kirche in Lindern

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Zwei beeindruckende Konzerte in Lindern

Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe zum 150-jährigen Jubiläum der Kirche St. Katharina Lindern erlebten die Zuhörer zwei ganz unterschiedliche Konzerte in dem großen neugotischen Kirchenbau. Beide Konzerte zeugten von einem ausgesprochen hohen musikalischen Niveau, so dass die Besucher sich über kostenfreies fantastisches Hörerlebnis freuen konnten. Dabei konnten der Erlebniswert nicht unterschiedlicher sein.









Am Samstagabend (Zunächst) hatte der Pfarreirat zwei Musikerinnen eingeladen, die mit ihrer klassischen Musik eine intensive und stimmungsvolle Atmosphäre die Kirche zauberten. Frau Prof. Larisa Bulava entlockte der großen Linderner Orgel kaum gekannte Töne und Melodien. Frau Prof. Bulava war eigens aus Riga (Lettland) angereist, wo sie an der Jazeps-Vitols Musikakademie als Professorin für Musik und Orgelspiel arbeitet. Gleichzeitig ist sie auch als Domorganistin in Riga engagiert. Hier spielt sie regelmäßig die große Orgel der Domgemeinde, eine der größten Orgeln (Walckerorgel) der Welt.
Mit atemberaubendem Tempo und hoch konzentriert bedient Frau Bulava die zahlreichen Tasten, Pedale und Register des Instruments. Dass es überhaupt möglich ist, mit zwei Händen und zwei Füßen gleichzeitig so viele verschiedene Dinge zu tun ist wirklich beeindruckend. So äußerte sich Hildegard Käter von Pfarreirat, die das Konzert moderierte.
Begleitet wurde Frau Prof Bulava von der jungen Sopranistin Monta Martinsone, ebenfalls aus Riga.  Sie hat bereits in verschiedenen Opernhäusern in Europa gastiert. Ihre klare und sauber modellierte Sopranstimme ließ manchem Zuhörer einen Schauer über den Rücken laufen.  Hervorragend aufeinander eingestimmt präsentierten sie u.a. gemeinsam Werke von Bach, Hayden, Reger, Böhm und Mozart. Träumend, vielfach mit geschlossenen Augen und gedankenverloren genossen die zahlreichen Zuhörer das bekannte „Ave Maria“ von Johann Sebastian Bach, das von der erst 26-jährigen Martinsone stimmgewaltig und ohne elektronische Verstärkung vom Orgelboden erklingen ließ. Der Wechsel von schnellen und besinnlichen, lauten und leisen Tönen ließ die Zeit wie im Flug vergehen. Nach der gewünschten Stille zwischen den Stücken forderte das beeindruckte und überwältigte Publikum am Ende durch langanhaltenden Applaus und standig ovations eine Zugabe ein. Insgesamt haben die Veranstalter mit diesem Konzert offensichtlich den richtigen Nerv getroffen.


Das zweite Konzert, zu dem der Pfarreirat eingeladen hatte, bediente eine gänzlich andere Musikrichtung. Mit über 60 Sängerinnen und Sängern hatte sich der Gospelchor von St. Andreas aus Cloppenburg mit seinem Chorleiter Karsten Klinker nach Lindern auf den Weg nach gemacht. Bereits zum dritten Mal gastierte der stimmgewaltige Chor, in dem auch ehemalige Linderner mitsingen, in dieser Kirche. U.a. deshalb hat sich ein regelmäßiger und intensiver Kontakt entwickelt. Ganz anderes als bei dem klassischen Konzert am Vortag durfte bei diesem Konzert das Publikum mitmachen. Schnippsen, Wippen, Schaukeln – und neuerdings auch Schmusen – war ausdrücklich gewünscht. Singend zog der Chor in die Kirche ein und hatte schon nach dem ersten Lied, dem „Gospeltrain“, die Stimmung angeheizt. Das Repertoire reichte von moderner geistlicher Musik, klassischer Gospelmusik über Gottesloblieder bis hin zu bekannten weltlichen Melodien. Humorvoll und mit äußerst amüsanten Kommentaren gelang es dem Chorleiter Karsten Klinker das publikum in die Liedvorträge einzubeziehen. Mal hieß es „alle aufstehen“, weil man bei dem folgenden Lied eh nicht stillsitzen kann, mal hieß es mitsingen und schon verließ er das Klavier um im Mittelgang die Gemeinde zu dirigieren. Als Überleitung zu etwas stilleren Stücken wurde die Aufforderung zum Kuscheln und Entspannen formuliert. So ergab sich schnell eine sehr lockere, fröhliche und äußerst bewegte – im wahrsten Sinne des Wortes – Stimmung.

„Nicht aufhören, bitte nicht aufhören“ bat Hildegard Käter am Ende des Konzertes nach den zwei bereits gesungenen Zugaben. Im in der Kirche ausliegenden Gotteslob seien noch mindestens 800 Lieder zum Weitersingen. Jedoch solle man aufhören, wenn es am Schönsten ist.