St. Katharina v. Siena Katholische Kirche in Lindern

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Gründonnerstag

Am Gründonnerstag strömten abends viele Gemeindemitglieder in unsere Kirche. Vor dem mit einem lilafarbenen Tuch verhängten Kreuz feierte man das letzte Abendmahl, so wie Jesus es vor seinem Tod am Karfreitag mit seinen Jüngern tat. Nach dem Gloria verstummt die Orgel. Ohne ihren festlichen Klang wird der Gottesdienst nun durch den unbegleiteten Gesang der Gläubigen getragen.

Die Orgel wird erst wieder in der Osternacht zum Gloria erklingen. Zwölf  Männern aus der Gemeinde – stellvertretend für die 12 Apostel – wurden von Pastor Thomas die Füße gewaschen. Am Schluss des Gottesdienstes wird der Altarraum  "entblößt", so dass kein Kerzen- und Blumenschmuck mehr vorhanden ist. Nach Beendigung des Gottesdienstes beteten verschiedene Gruppen bis Mitternacht in der Kirche. Denn dazu hatte Jesus auch seine Jünger aufgefordert: „Bleibet hier, und wachet mit mir. Wachet und betet, wachet und betet!“

„Welche Bedeutung hat eigentlich Gründonnerstag?

Gründonnerstag ist für die Christen ein wichtiger Tag in der Karwoche. Doch welche Bedeutung hat er - und woher stammt eigentlich der Name?
Gründonnerstag ist der Donnerstag vor Ostern. An diesem Tag gedenken Christen des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Jüngern. Dem Glauben nach bat Jesus bei diesem Essen seine Anhänger, zum Gedächtnis an seinen Tod künftig gemeinsam das Abendmahl zu feiern.
Nach dem letzten Abendmahl wurde Jesus von Judas verraten und starb später am Kreuz. Daher könnte möglicherweise auch der Name Gründonnerstag kommen, nämlich vom mittelhochdeutschen Wort "greinen", also wehklagen.

Woher kommt das "Grün" im Gründonnerstag?

Für die Christen jedenfalls ist der Gründonnerstag ein wichtiger Tag in der Karwoche. Bei der Abendmahlmesse am Gründonnerstag läuten nach katholischer Tradition alle verfügbaren Glocken der Kirche. Dann verstummen sie aus Trauer um den Tod Jesu am Kreuz bis zur Osternachtsfeier, wenn die Auferstehung Christi gefeiert wird. Im Volksmund heißt es, die Glocken seien nach Rom geflogen, um beim Heiligen Vater zu beichten und um Segen zu bitten.
Wenn nach dem Gloria bei der Gründonnerstagsmesse die Glocken schweigen, schlägt die Stunde der Karfreitagsratschen. Ministrantinnen und Ministranten erzeugen mit den hölzernen Klappern auf der Straße einen eigenartigen Lärm. Auch in der Kirche ersetzen die Ratschen das Glockenläuten etwa bei der Wandlung. Es gibt auch fahrbare Ratschen auf Schubkarren und Kastenratschen, die mit einer Kurbel betrieben werden.
Ein weiterer Brauch ist die Fußwaschung. Auch wenn von dieser nur im Johannesevangelium berichtet wird und dieser Brauch in vielen Gemeinden nicht mehr praktiziert wird, so ist doch dieser symbolische Akt des Dienens und der Reinigung bis heute offizieller Bestandteil der Gründonnerstagliturgie der katholischen Kirche. Die Bilder des Papstes Franziskus, wie er anderen Menschen die Füße wäscht, gingen um die Welt. Auch sein Vorgänger Papst Benedikt XVI. hat als Bischof von Rom, wie alle Bischöfe weltweit, alljährlich am Gründonnerstag die Fußwaschung praktiziert und zwölf Personen die Füße gewaschen.“
Quelle: www.augsburger-allgemeine.de/kultur/Welche-Bedeutung-hat-eigentlich-Gruendonnerstag-id37310602.html