St. Katharina v. Siena Katholische Kirche in Lindern

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St. Katharina bei Nacht

Foto: Martin Kröger

Väter und Kinder erkunden die Kirche

Am vergangen Freitag hieß es in Lindern »Wer erwacht in St. Katharina in der Nacht?«. Väter und Kinder der diesjährigen Erstkommunionvorbereitung waren zu dieser Veranstaltung eingeladen. Pastoralreferentin Kerstin Kröger, Verena Pleuter und Steffen Thole haben diese besondere Nachtschicht vorbreitet. Gegen 21.30 Uhr treffen sich an diesem Abend ca. 30 Väter mit Kindern vor der Kirche. Es ist kalt, die Kinder sind müde und trotzdem hellwach. Einige bringen immer noch überschüssige Energie auf, laufen und springen um die Kirche. Sie alle sind gespannt was sie erwartet.

Kerstin Kröger

Foto: Martin Kröger

Aber so schnell geht es dann doch nicht ...
Die St. Katharina Kirche will erst einmal von außen wahrgenommen werden. Der neugotische Bau mit seinem 58 Meter hohen Turm zu dieser späten Stunde wirkt im Licht der Scheinwerfer noch einmal eindrucksvoller als am Tag. Der Kirchbaumeister Johann Bernhard Hensen (1828-1870)  aus Sögel hat ganze Arbeit geleistet. Kinder und Väter betrachten mit Pastoralreferentin Kerstin Kröger den Kirchbau von außen. Der Turm, das Portal, die Form – bereits die äußere Gestaltung birgt viele Geheimnisse, die den Teilnehmern erschlossen werden.
Die meisten Geheimnisse aber birgt der Innenraum. Mit Taschenlampen ausgerüstet betreten die Kinder mit ihren Vätern die dunkle Kirche. Nur von eine schwache Lampe hilft den Augen. Die dunkle Kirche wirkt: Geräusche, Gerüchte, schemenhafte Umrisse. Ein erstauntes »Cool!« ist zu hören.  
Unvermutet wird die Kirche lebendig: Trine und Pastor Johann Heinrich Jakob Vossing (1856-1878) kommen als gute Geister in die Kirche. Sie sind in ein Gespräch vertieft: Wie es eigentlich zum Bau von St. Katharina gekommen? Und wie war das damals eigentlich in der Kirche? Verena Elbers als Trine und Franz Käter als Pastor Vossing, sorgen für lebendige Kirchengeschichte – eine Zeitreise für Väter und Kinder.

Foto: Martin Kröger

Dann geht es auf Entdeckungstür: Die Taschenlampen kommen zum Einsatz als Kinder und Väter auf eigenen Faust die Kirche erkunden. Symbole werden betrachtet und Orte besucht, an die man sonst nicht kommt. Viele haben sich den Hochaltar angesehen und genau betrachtet, aber wer weiß schon, wie es dahinter aussieht? Der Tastsinn ist gefordert, als es darum geht, typische Kirchen-Gegenstände zu befühlen.
 Ein echtes Highlight ist das Ausmessen der Kirche. Mit Helium gefüllte Luftballons steigen hoch in das Gewölbe. Dann werden die Schnüre gemessen, die an diese Ballons angebunden sind. Die Gewölbe sind beeindruckend hoch. Für den meisten Spaß sorgen aber die »ausgerissenen« Ballons, die ohne Band unter dem Gewölbe schweben. »Die kommend bestimmt morgen bei der Vorabendmesse runter.« Eine tolle Vorstellung – vor allem für die Väter.
Die großen Abmessungen der Kirche, machen auch die Akustik interessant. Der Nachhall muss unbedingt erforscht und getestet werden. Wie lange können wir den Hall noch hören? Hören wir unsere Stimmen im Dunkel besser? Ein Erfahrungsreicher Abend in der Kirche schließt mit einem Nachtgebet mit Weihrauch. Die harzigen Körner werden auf eine heiße Kohle gelegt und verbrennen augenblicklich. Rauch steigt auf und Duft breitet sich aus – seit Jahrtausenden ein Fest für die Nase.
Kinder, Väter und Vorbereitungsteam verabschieden sich nach anderthalb Stunden. Ein schöner Abend geht zu Ende. Eine neue Folge von »Wer erwacht in St. Katharina in der Nacht?« wird es auch im kommenden Jahr geben. »Die ersten Ideen sind schon im Kopf« meint Kerstin Kröger. »Am Ende wird es wieder schwer genug, die besten Ideen auszusuchen.«