St. Katharina v. Siena Katholische Kirche in Lindern

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Mysteriöse Frau in der Krippe

In der Münsterländischen Tageszeitung erschien heute, am 30. Dezember 2016 ein Artikel über eine unserer Krippenfiguren. Die Geschichte dieser Satue ist sicherlich nicht allgemein bekannt und ganz schön aufregend. Ich habe die MT gebeten, den Text für unsere Homepage zur Verfügung zu stellen. Das war freundlicherweise kein Problem. 

Die Fotos habe ich dann heute in der Kirche gemacht. Und siehe da: Die geheimnisvolle Frau wirkt wie ein Magnet. In der Kirche herrschte ein Kommen und Gehen. Sehr viele Menschen strömten zur Krippe hin, um sich die Figur einmal genau anzusehen. Einzelne Besucher kamen ins Gespräch über die Geschichte der Heiligen Nacht und die Bedeutung dieser mysteriösen Frau.

Hier hier kommen nun zunächst ein Foto von der Statue. Danach ist der Originaltext aus der Zeitung angefügt. Am Schluss gibt es noch ein paar weitere Krippenbilder. (Hildegard Käter)

mysteriöse Frau mit Apfel
Foto H. Käter

Die mysteriöse Frau mit dem Apfel
In der Linderner Pfarrkriche St. Katharina steht eine besondere und sehr alte Figur mit um die Jesuskrippe herum

Von Merle Osterthun
indern. Unzählige Krippen waren als Darstellung der Geburt Christi aus der Weihnachtsgeschichte an den Feiertagen wieder in den Kirchen der Region oder auch im eigenen Wohnzimmer aufgestellt. Auch in der Linderner Pfarrkirche St. Katharina war (und ist immer noch) dieses Schauspiel aufgebaut. Unter den Krippenfiguren dort ist eine Statue zu finden, die nicht unbedingt in den gängigen Erzählungen vorkommt. Jene berichten wohl vom Besuch der Hirten und später von den Weisen aus dem Morgenland – aber nicht von einer Frau mit Apfel?!
Die Statue in Lindern gehört möglicherweise zu den ältesten Krippenfiguren in der Region. Nach dem Brand in der Kirche im Jahre1979 fand man sie auf dem Dachboden der Kirche. Zunächst dachten die Finder, dass es sich lediglich um eine Gipsfigur handle, es stellte sich jedoch heraus, dass sie aus Holz gefertigt war. Daraufhin gaben sie „die Frau mit dem Apfel“ zur Restaurierung zu Doktor Josef Bohland in Hildesheim. Und es kamen erstaunliche sieben Farbschichten zum Vorschein. „Man kann so in etwa davon ausgehen, dass die Figur alle 50 Jahre übermalt wurde“, erklärt Werner Horstmann, der sich näher mit der mysteriösen Statue beschäftigt hat.
Bohland trug alle Farbschichten ab und die Skulptur erhielt ihre ursprüngliche mittelalterliche Bemalung zurück. Zum Vorschein kamen dadurch auch die wirklichen Konturen der Statue. „Das Gesicht der Frau hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit der Mutter Gottes in Bethen“, sagt Horstmann. Er spekuliert, warum die Krippenfigur mit dem Apfel, der immer schon als christliches Symbol galt, entstand: „In unserer Gegend war der Apfel seit Jahrhunderten der einzige Vitaminspender in den langen Wintermonaten – für die heilige Familie also ein willkommenes Geschenk.“ Nach seiner Theorie, die auch eine der gängigsten im Internet ist, sollte die Frau vermutlich eine Hirtin oder Bäuerin darstellen, die eine Gabe bringt. Eine andere Interpretation – von Pater Doktor Lukas Rüdiger auf der Homepage der Katholischen Kirche veröffentlicht – besagt, dass es sich bei der Frau um Eva aus der Paradieserzählung handelt, die Jesus den Apfel vom Baum der Erkenntnis in die Krippe legt. Symbolisch legt sie damit angeblich alles Übel (das lateinische Wort für Apfel ist „malum“, das wörtlich übersetzt „Unheil“ oder „Übel“ bedeutet) der Welt in die Krippe. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern im Vertrauen darauf, dass Jesus es richten wird.

Info: Es gibt auch eine Grußkarte mit dem Abbild der Frau. Sie gehört zum Angebot des Katholischen Bildungswerks zur Unterstützung der Hilfsorganisation „Der kleine Nazareno“.